Fortpflanzung und Zucht von Frettchen

Frettchen Fortpflanzung und Zucht

Für wen die Zucht und somit die Fortpflanzung von Frettchen kein Thema ist, der sollte unbedingt Fähen und Rüden kastrieren lassen. Kommen Frettchen in die sogenannte „Ranzzeit“, verändert sich ihr Charakter und sie bleiben so lange in der Ranz, bis es zu einem Deckakt kommt.

Für weibliche Tiere – also die Fähe – ist diese Phase problematisch, wenn sie keinen Rüden für den Deckakt hat. Die Ranz bei der Fähe sollte daher unbedingt durch Kastration unterbunden werden. Möchte man Frettchen fortpflanzen lassen, funktioniert dies in den Monaten März bis Juli. In dieser Zeit befindet sich die Fähe periodisch in der Ranz. Ist die Fähe in der Ranz, schwillt ihre Scheide bis auf Kirschkerngröße an. Es bildet sich klebriges Sekret, welches die Fähe auf ihr gesamten Unterseite verteilt und auch am Boden verteilt um Markierungen zu setzen. Nach bis zu acht Wochen geht die Ranz vorbei. Jedoch nicht bei jeder Fähe.

Bis zu 30% aller Fähen leiden unter einer Dauerranz. Sie kann tödlich enden, da ständiges Sekret zum einen gefährlicher Nährboden für Infektionen ist und außerdem die hohe Konzentration von Geschlechtshormonen ungesund ist. Hierdurch wird das rote Rückenmark geschädigt und Blutarmut ist die Folge. Nur Trächtigkeit oder die Kastration kann dieses Problem vermeiden. Trächtig sollten aber nur Fähen werden, wenn der Besitzer wirklich Interesse an der Vermehrung seines Bestands hat. Frettchenwelpen sind in ihrem Aufwand nicht zu unterschätzen.

Für männliche Tiere ist die Ranzzeit gesundheitlich kein solch großes Problem. Sie neigen jedoch in dieser Phase zu überdurchschnittlich viel Bedarf für Markierungen. Und das wirkt sich negativ auf die Hygiene im Frettchenzimmer aus. Außerdem sind Rüden in der Ranz auch charakterlich eine Herausforderung. Wie Fähen sind auch Rüden am März jährlich zeugungswillig- und fähig. In der Zeit schwellen die Hoden sichtbar an.

Ist eine Fähe in der Nähe, kommt es ziemlich bald zum Deckakt. Dieser dauert bis zu einer Stunde. Der Rüde verfogt die Fähe und verbeisst sich im dicken Nackenfell seiner Gattin. Nach etwas Muckern schleift er sie durchs Zimmer und vollzieht den Geschlechtsverkehr. Nach 15 bis 60 Minuten ist dies vorbei. 30 Stunden später findet dann die Befruchtung statt. Jetzt trägt die Fähe für die nächsten 45 Tage die heranwachsenden Welpen in ihrem Leib. Der Wurf – bei dem bis zu 15 Welpen das Licht der Welt erblicken – ist für die Fähe sehr anstrengend. Deshalb braucht sie über die komplette Trächtigkeit immer viel Vitamin und sämtliche Mineralstoffe. Frisches Fleisch durch die Beigabe von Eintagsküken und Mäusen ist auf dem Speiseplan sehr sinnvoll. Meist ist ein Wurf bei Frettchen 3 bis 7 Welpen groß.

Sind die Welpen auf der Welt, sehen sie nichts. Erst nach ca. 28 Tagen öffnen sich langsam die Augen. Bis dahin gehen die Welpen blind durch die Welt. Geboren werden sie mit einem winzigen Gewicht von 6 bis 12 g das sich auf bis zu 10 cm Körpergröße verteilt. Sie sind taub, blind, zahnlos und nackt! Nach fünf Tagen bildet sich langsam ein zarter Flaum als erstes Fell. Die ersten 9 Wochen säugt die Mutter die Frettchen und erst dann kommt es zu fester Nahrungsaufnahme. Zwei Wochen vergehen bis zu den ersten Milchzähnen. Nach 17 Tagen färben sich die Welpen langsam um. Die Backenzähne brechen durch. Nach etwa 1 ½ Monaten bricht langsam das Erwachsenengebiss durch. Die Welpen sehen jetzt bereits ihre Umwelt und ernähren sich nicht mehr bei der Fähe sondern selbst. Wer Frettchen züchtet, kann die Welpen nach 10 Wochen in ihr neues Zuhause abgeben.

Titelbild: Couperfield (ID:48571981), depositphotos.com

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