Frettchen als Haustier

Frettchen als Haustier

Das Frettchen als Haustier – ein Wunsch der immer mehr Menschen heimsucht. In diesem Artikel geht es darum, was es bedeutet ein solches Frettchen als Haustier zu halten. Die Haltung ist keinesfalls mit einer Katze, einem Hund, einem Meerschwein oder anderem Tier vergleichbar. Zunächst aber der Hinweis der viele Interessenten überrascht: Frettchen sind Raubtiere und keine Nagetiere! Vorteil, sie knabbern normalerweise keine herumliegenden Kabel an.

Aktivität und Auslauf

Frettchen sehen unheimlich niedlich aus. Nicht zuletzt sind es die Knopfaugen, die ihren Gegenüber dahinschmelzen lassen. Und die verspielte und verschmuste Art fördert den Gedanken, sich ein Frettchen als Haustier zu kaufen. Der friedliche Eindruck täuscht, denn die Raubtiere sind zwar schnell handzahm, aber fordern ihre Besitzer täglich.

2/3 vom Tag sind Frettchen mit Schlaf beschäftigt. In der Zeit dürfen Frauchen und Herrchen das Frettchenzimmer säubern, neues Trinkwasser auffüllen und Frischfleisch in die Nöpfe bringen. Sobald ein Frettchen wach wird, ist es auch sehr aktiv. Da die Tiere immer mindestens als Paar gehalten werden sollten, spielen sie sofort miteinander. Sie jagen durch die Röhren, verstecken sich in Handtüchern, Höhlen und anderen Dingen und, ja und das ist sehr wichtig, sie bunkern Frischfleisch und anderes Essen in Verstecken. Zu zwei sollten Frettchen in etwa 10 bis 15 qm als eigenes Zimmer zur Verfügung haben. Werden sie in einem Käfig gehalten, kommen 4 bis 5 Stunden Auslauf pro Tag auf den Besitzer zu. In einem eigenen Frettchenzimmer können sie jederzeit spielen, toben und schlafen.

Aufwändige Ernährung

Im Vergleich zu anderen Haustieren sind Frettchen wirklich anspruchsvoll in ihrer Ernährung. Sie brauchen vorwiegend frisches Fleisch, am besten roh. Rindergulasch ist nicht nur für Menschen ein feines Mahl, sondern auch für Frettchen. Noch besser sind aber Mäuse und Küken. Diese werden vom Frettchen zerlegt und inklusive Knochen gefressen. Tierisches Futter enthält die besten Nährstoffe und dient der ausgewogenen Ernährung von Frettchen. Trockenfutter und diverse Leckerli sind selbstverständlich auch willkommen. Für Vegetarier oder gar Veganer sind Frettchen also keine passenden Haustiere. Ebenso für all jene nicht, die nicht in der Lage sind Frischfleisch sowie Mäuse und Eintagsküken zu verfüttern.

Gehege fürs Frettchen

Keine Tierhandlung bietet eine passende Unterkunft für Frettchen. Wer Frettchen als Haustiere möchte, muss selbst aktiv werden. Für die Haltung in einem Käfig – wovon Henriette und Manfred überhaupt nicht begeistert wären – muss ein eigener Frettchenkäfig gebaut werden. Als Grundlage dienen oftmals große XXL-Hasenställe. Die Grundfläche auf einer Etage sollte mindestens 4 qm betragen. Durch den Einbau weiterer Ebenen wird der Bewegungsspielraum für Frettchen vergrößert. Bestenfalls wird das Gehege mindestens bis auf 1,50 m Höhe mit drei Etagen aufgebaut.

Da die Tiere im Käfig aber nie wirklich viel Auslauf haben, müssen Frettchen die in einer solchen Unterkunft leben, mindestens 3 bis 4 Stunden täglich frei in der Wohnung laufen dürfen und dabei mit Menschen spielen können. Beim Toben können sie sich auspowern und anschließend im Käfig wieder tierisch kuscheln und schlafen. Für den Auslauf in der Wohnung muss diese natürlich „frettchensicher“ sein.

Pflanzen bzw. mit Erde gefüllte Blumentöpfe sind perfektes Spielzeug für Frettchen. Diese werden konsequent ausgeräumt, da Frettchen für ihr Leben gerne buddeln. Passt dir das nicht, solltest du diese auf einer Höhe haben, die für Frettchen unerreichbar ist. Gleiches gilt für Gläser und andere Gegenstände die leicht brechen. Fenster sollten während des Auslaufs geschlossen sein.

Frettchen frei in der Wohnung zu halten ist für viele Besitzer eine Einschränkung. Henriette und Manfred haben deshalb ein Frettchenzimmer bekommen. In diesem Raum leben sie allein und bekommen täglich menschlichen Besuch um Spaß zu haben. Der Raum ist mehr als 15 qm groß und nur für Frettchen eingerichtet. Darin leben sie. Das schränkt Mitmenschen nicht ein und bringt Frettchen als Haustiere nicht unnötig in Gefahr. Dank Frettchenzimmer haben die Tiere in diesem Raum verschiedene Bereiche: Schlafbereich, Fressbereich, Toilettenecke und Spaßzone. Wie du ein Frettchenzimmer einrichten kannst, erfährst du natürlich auch bei uns.

Frettchen brauchen eine Erlaubnis vom Vermieter

Bevor ein Frettchen in eine Wohnung einziehen darf, muss im Falle von Mietwohnungen der Vermieter die Erlaubnis geben. Im Gegensatz zu Kleintieren wie Hamstern, Kaninchen und Meerschweinen, kann bei der Frettchenhaltung nicht von einem bestimmungsgemäßen Gebrauch der Mietsache ausgegangen werden. Das liegt vor allem daran, dass Frettchen Raubtiere sind die u.a. frei in der Wohnung laufen dürfen. Damit besteht für Vermieter immer die theoretische Gefahr von Schäden an der Mietsache.

Viele Vermieter haben mit Frettchen jedoch kein Problem und geben die schriftliche Einwilligung zur Haltung. Die Argumente sprechen im Vergleich zu Hund und Katze fürs Frettchen. Die Tiere sind nur 40 bis 80 cm lang und bringen maximal 2 kg auf die Waage. Sie bellen nicht und machen auch anderweitig keinen Lärm. Ihr Geruch ist bei anständiger Haltung minimal und dringt nicht aus der eigenen Wohnung heraus. Frettchen sind keine Nagetiere und lassen Kabel, Türen etc. in Ruhe.

Bevor es also Streit mit dem Vermieter gibt, sollte einfach kurz das Gespräch gesucht werden. Meist spricht nichts gegen die Haltung von zwei Frettchen.

Fazit

Frettchen sind anspruchsvolle Haustiere und deren Haltung sollte vorab gut überlegt werden. Sie werden über 5 Jahre alt – zum Teil sogar 10 Jahre – und sind somit lange im Leben dabei. Haustiere müssen auch im Urlaub versorgt werden. Bist du bereit deine Frettchen (mind. 2) immer mit in den Urlaub zu nehmen, oder hast du jemanden der mindestens zweimal täglich die Tiere umsorgt?

Titelbild: Couperfield, depositphotos.com

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